Internationale Jugendliche Begegnung. Visuelle Brücken: Armenien-Deutschland

Gemeinnütziger Verein in Bochum

Was passiert, wenn Jugendliche aus Deutschland und Armenien zusammenkommen, ihre Smartphones zücken und gemeinsam auf Entdeckungstour gehen? Es entstehen Fotos, Videos, spannende Gespräche – und ganz nebenbei neue Freundschaften. Vom 19. bis 30. August 2026 wurde Bochum bei unserer Jugendbegegnung „Visuelle Brücken: Armenien–Deutschland“ zum Ausgangspunkt für zwölf abwechslungsreiche Tage voller Kreativität, kulturellem Austausch und guter Laune. Schon beim Kennenlernen zeigte sich: Unterschiedliche Sprachen sind kein Hindernis, wenn Neugier, Offenheit und Humor mit im Gepäck sind. Kennenlernspiele und erste Gespräche halfen dabei, miteinander vertraut zu werden. Aus zwei Ländergruppen wurden nach und nach gemischte Teams, die gemeinsam Ideen entwickelten, Interviews vorbereiteten und ihre Umgebung mit neuen Augen betrachteten.

 

Unsere Smartphones hatten dabei ordentlich zu tun. Diesmal ging es um mehr als Nachrichten und Selfies: Die Jugendlichen fotografierten, filmten und hielten ihre persönlichen Eindrücke fest. Was macht meine Heimat besonders? Wie sieht der Alltag im anderen Land aus? Was wünschen sich junge Menschen für ihre Zukunft? Die Kamera wurde zum Anlass, genauer hinzuschauen und einander zuzuhören. Das Wetter wollte offenbar ebenfalls einen Beitrag leisten: erst kühl, dann kräftiger Regen, später Freibadtemperaturen. So gab es gleich einen kleinen Intensivkurs in deutscher Sommervielfalt dazu.

Auch außerhalb der Workshops sammelten wir reichlich Eindrücke. In Bochum erkundeten wir die Innenstadt und lernten bei GEMI e.V. mehr über Vereinsarbeit und ehrenamtliches Engagement. In Bonn bot das Haus der Geschichte Anlass, über Vergangenheit und Gegenwart zu sprechen. Köln beeindruckte mit seinem Dom, Hattingen mit Fachwerkhäusern und gemütlichen Gassen. Im Red Dot Design Museum in Essen wurde deutlich: Über Gestaltung lässt sich ebenso lebhaft diskutieren wie über kulturelle Gewohnheiten. Selbst ein Stuhl kann erstaunlich viele Meinungen hervorrufen!

In unseren Gesprächsrunden beschäftigten wir uns mit kultureller Vielfalt, Toleranz, Respekt und Vorurteilen. Dabei ging es um persönliche Erfahrungen und die Frage, wie ein gutes Miteinander im Alltag gelingt. Die Jugendlichen entdeckten Unterschiede, aber auch viele Gemeinsamkeiten. Gemeinsam zu lachen, nachzufragen und Erfahrungen auszutauschen erwies sich als guter Weg, vorschnelle Vorstellungen über andere Menschen zu hinterfragen. Natürlich blieb genügend Zeit, diesen Austausch ganz praktisch fortzusetzen: bei Spieleabenden, einem gemeinsamen Grillabend, Fußball und einem Besuch im Freibad. Auf dem Fußballplatz funktionierte die Verständigung manchmal besonders schnell – ein guter Pass braucht schließlich keine Übersetzung. Auch der Film „Almanya – Willkommen in Deutschland“ bot Gesprächsstoff über Familie, Zugehörigkeit und das Leben zwischen verschiedenen Kulturen.

Zum Abschluss sichteten und bearbeiteten die Teams ihre Aufnahmen und präsentierten erste Ergebnisse. Die entstandenen Fotos und Videos zeigten die Begegnung aus vielen persönlichen Blickwinkeln. Gleichzeitig hatten die Jugendlichen ihre Fähigkeiten im Umgang mit Medien erweitert, im Team gearbeitet und gelernt, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen. Nach zwölf gemeinsamen Tagen fiel der Abschied schwer. Zwischen Umarmungen, letzten Gruppenfotos und ausgetauschten Kontakten blieb das Versprechen: „Wir sehen uns wieder!“ Unsere „Visuellen Brücken“ haben Menschen miteinander verbunden – mit Neugier, Kreativität und einer ordentlichen Portion Humor.

Vielen Dank an alle Jugendlichen, das Organisationsteam und unsere Partner für diese schöne gemeinsame Zeit! Ein besonderer Dank gilt der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ), die die Umsetzung unseres Projekts ermöglicht hat. Wir freuen uns auf weitere kreative und bereichernde Jugendprojekte in Zusammenarbeit mit der BKJ!